{"id":103,"date":"2008-10-15T16:33:43","date_gmt":"2008-10-15T14:33:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.institut-halbach.de\/blog\/?p=103"},"modified":"2008-10-15T16:33:43","modified_gmt":"2008-10-15T14:33:43","slug":"angst-vorm-klarschlamm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/2008\/10\/15\/angst-vorm-klarschlamm\/","title":{"rendered":"Angst vorm Kl\u00e4rschlamm?"},"content":{"rendered":"<p>So begann ein Essay: Von den 82 Millionen Deutschen leiden gut 15 % an Zahnausfall. Ihr Zahnfleisch ist gr\u00e4ulich verf\u00e4rbt. Die Z\u00e4hne beginnen sich zu lockern und beim Biss in den Apfel bleiben immer einige von ihnen stecken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bleialarm! (Einiges \u00fcber Gifte ist auf der <a href=\"http:\/\/www.med.uni-marburg.de\/stpg\/ukm\/lt\/umwelthyg\/kapb321.htm\" target=\"_blank\">Homepage der Uni Marburg<\/a> nachzulesen.)<br \/>\nDie Deutschen sind fl\u00e4chendeckend geplagt von \u00dcbelkeit, Erbrechen, Koliken, Nierenversagen, Lebersch\u00e4den und &#8222;Bleisaum&#8220; an den Z\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Nicht in der Luft &#8211; im Trinkwasser oder im Grundwasser lauert die Gefahr! Man stirbt schneller, als der Klimawandel uns alle umzubringen vermag.<br \/>\nAuch an den Haaren erkennt man die Katastrophe. Am Anfang der Vergreisung &#8211; vielleicht so um die 65 &#8211; bekommen die Haare einen cadmiumm\u00e4\u00dfigen Schimmer. Sieht wie Schwermetall aus. Nach gut 70 Jahren hat man kaum noch Haare und der Mensch &#8211; insbesondere der deutsche Mann wird dann ab 77 &#8211; vor dem landwirtschaftlichen Kl\u00e4rschlammzeitalter noch stark wie eine deutsche Eiche &#8211; immer hinf\u00e4lliger! Alles Kl\u00e4rschlamm! Aus dem Kl\u00e4rschlamm kriecht die Gefahr in das Weizenkorn, die Futterr\u00fcbe und in den K\u00e4lbermagen. Am Schluss haben wir wieder alles im Bauch, was uns und der Industrie abfiel. Wenn da nur nicht der Wasserkreislauf mit seiner heimlich verd\u00fcnnenden Wirkung w\u00e4re, dann w\u00fcrden die Kinder vielleicht schon mit 10 Jahren am Kl\u00e4rschlamm sterben.<\/p>\n<p>Die schweren Cadmiumf\u00e4lle dieser Itai-Itai Krankheit waren durch Osteomalazien (extrem schmerzhafte Skelettschrumpfungen) und schwere Nierensch\u00e4den gekennzeichnet. Typische chronische Sch\u00e4den \u00e4u\u00dfern sich in Nierensch\u00e4den und evt. Schleimhautsch\u00e4den, Eisenmangelan\u00e4mien und Atemwegserkrankungen.<br \/>\nUnd?<br \/>\nLiebe Leserin, lieber Leser!<\/p>\n<p>F\u00fchlen Sie sich nicht auch schon beeintr\u00e4chtigt durch die galoppierende schmerzhafte Skelettschrumpfung, vor der uns die Schlammpropheten so vorsorglich und nachhaltig sch\u00fctzen wollen?<\/p>\n<p>Tja, die ganzen \u201esch\u00f6nen\u201c Krankheiten sollen Ihr Preis sein, wenn Sie nicht vom Kl\u00e4rschlamm auf dem Feld abschw\u00f6ren und so wird es versprochen &#8211; nat\u00fcrlich ohne Garantie, dass es so kommt wie angedroht. Ein Versprechen sozusagen ohne Verantwortung des Versprechers. Diese Verantwortungslosigkeit &#8211; eher im zweiten Sinne (Niemand tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr seine in den Medien gestreuten Prognosen, Besorgnisse, unn\u00f6tigen Vorsorgen, Untergangsszenarien oder Prophezeiungen.) &#8211; ist ein nachhaltiges Prinzip der Umweltschmutzverk\u00fcndung und wirkt in seiner vollendeten Genialit\u00e4t progressiv steigend eigendynamisch.<br \/>\nDie Produktion von Angst kostet nicht viel. Der Gewinn ist dagegen enorm.<br \/>\nDie Kl\u00e4rschlammhysterie ist sicherlich nicht Folge zunehmender Umweltverschmutzung, sondern wohl eher Ausdruck zunehmender Einbildung irgendwelcher Gefahren.<\/p>\n<p>Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n in \u00c4rztekreisen? \u201eEs gibt keine gesunden Patienten. Nur nicht hinreichend untersuchte.\u201c<\/p>\n<p>Wenn Sie nicht in Kl\u00e4rschlammpanik verfallen, dann haben Sie sich  vielleicht auch folgende Fragen \u00fcberlegt und es ergreift ein komischer Verdacht Ihr Selberdenken, denn irgendwie kommt Ihnen die Kl\u00e4rschlammpolitik schon lange spanisch vor, z. B. weil:<\/p>\n<ul>\n<li>Deutschland seit Jahren wohl eine der sch\u00e4rfsten Umweltgesetzgebung der Welt hat. Wie konnte sich dann das \u201eKl\u00e4rschlammunwesen\u201c \u00fcberhaupt entwickeln? Oder gab es am Ende gar keines?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>hinter jedem Stoff, der unzul\u00e4ssig in der Umwelt landet &#8211; egal ob er aus der Umwelt kommt oder nicht &#8211; seit langem der Staatsanwalt lauert. Da m\u00fcsste doch genug Umweltschutzpotential aufgebaut sein?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>die Anforderungen an die Umwelttechnik beinahe st\u00fcndlich zunehmen; d. h. die Umweltbelastung nimmt schon deshalb st\u00e4ndig ab.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>der Glauben an die Besorgnis- und Nachhaltigkeitspropheten auf deren h\u00e4ufigen Wiederholungen ihrer Besorgnisse beruht, und weil<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>dieser produzierte Glauben deshalb eine st\u00e4rkere Wirkung auf das Denken entwickelt, als die leisen Wahrheiten, die der Bildung entspringen. Insofern muss schon wegen der Motive der Propheten nicht alles stimmen, was in den Medien oder in Fachzeitschriften so vorgetragen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>es \u00fcblich ist, laut dem Umweltrecht auch Schadstoffe unabh\u00e4ngig von ihrer Wirkung oder Dosis zu entfernen. Auch das f\u00fchrt zu einer Minimierung der Schadstoffe unabh\u00e4ngig von der tats\u00e4chlichen Wirkung, aber um jeden Preis.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> die Bev\u00f6lkerungszahl abnimmt und deshalb wohl auch die Umweltbelastung abnehmen sollte.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>die D\u00fcngemittel und Pestizide immer teurer werden, so dass der Landwirt allein aus Eigennutz deren Verwendung minimieren wird.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>es beim Katastrophismus bekanntlich keine Trennung zwischen Verk\u00fcndung und Gesch\u00e4ft gibt. Man befruchtet sich gegenseitig.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nun, diese \u00dcberlegungen sollen nicht dazu verf\u00fchren, alles was in der Kl\u00e4rschlammlabork\u00fcche aus dem Kl\u00e4rschlamm herausgelesen wird, zu ignorieren.<\/p>\n<p>Die anspruchsvolle Bewertung jedoch setzt den wissenschaftlichen Beweis unter Erforschung der notwendigen Dosis und der Eintrittswahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Schadwirkung voraus.<\/p>\n<p>Das Leben ist nun mal gef\u00e4hrlich und trotzdem nimmt sich keiner deshalb seins.<\/p>\n<p>Ich glaube aber &#8211; allen Optimismus zum Trotze &#8211; die erste Schlacht haben B\u00fcrger und die betroffenen Unternehmen verloren. (Der hausgemachte steigende Aufwand f\u00fcr Umweltschutz zugunsten der Umweltindustrie sch\u00e4digt nat\u00fcrlich nicht nur die B\u00fcrger, sondern auch die anderen Industriezweige). Allen wurde erfolgreich jahrelang Angst gemacht. Das Selberdenken ist aus der Mode gekommen und wenige k\u00fchle K\u00f6pfe k\u00f6nnen keine Panik aufhalten.<\/p>\n<p>Mit der Kl\u00e4rschlammhysterie wurden schon so viele unn\u00f6tige Kosten verursacht und diese Lawine wird auch in der Zukunft noch solange manchen immensen Schaden verursachen, bis die weiter steigenden Dieselpreise vielleicht den Irrsinn auch f\u00fcr die breite Masse in gro\u00dfer Pracht entfalten. Dann erst wird man wohl heimlich zur\u00fcckrudern m\u00fcssen.<br \/>\nUnd schlussendlich: Nach der Pressemitteilung Nr. 336 vom 27.08.2007 des statistischen Bundesamtes hat die Lebenserwartung der Deutschen weiter zugenommen. 2007 lag sie bei den M\u00e4nnern bei 77 und bei den Frauen bei 82 Jahren.<\/p>\n<p>Wie ist das m\u00f6glich in einer angeblich so verseuchten Umwelt? Und wie \u00fcberhaupt konnten z.B. die Ostdeutschen in einer bekannterma\u00dfen viel st\u00e4rker belasteten Umwelt unbeeinflusst altern?<br \/>\nGibt es \u00fcberhaupt einen \u201ekl\u00e4rschlammm\u00e4\u00dfig versch\u00e4rften\u201c Handlungszwang, wenn zugleich ber\u00fccksichtigt wird, dass die Menschen immer \u00e4lter werden?<\/p>\n<p>Als Kriterium der Kl\u00e4rschlammwahrheit wollen wir die Praxis oder den alten Deutschen gelten lassen!<br \/>\nGlauben wir zur Abwechslung mal an die Widerstandskraft des Menschen, die sich im Ergebnis der Evolution herausbildete.<\/p>\n<p>Mein Denken zehrt dabei aus den gesund \u00fcberstandenen beruflichen umwelt- und menschensch\u00e4dlichen Risiken und Abenteuern in meinem Leben im umweltgef\u00e4hrlichen Osten.<\/p>\n<p>Das soll nicht bedeuten, dass solche Gefahren alle sch\u00f6n und erstrebenswert waren.<br \/>\nSie sind aber ein Indiz daf\u00fcr, was ein Mensch so alles aush\u00e4lt, ohne in die Knie zu gehen, anderenfalls w\u00e4ren diese Zeilen nicht zu lesen.<\/p>\n<p>Insofern ist es verst\u00e4ndlich, dass sich nicht alle \u201eOssis\u201c bei der Kl\u00e4rschlammhysterie in die Hose machen, wohl aber den gesch\u00e4ftlichen Hintergrund mancher Prophezeiung erkennen. Wir haben eben schon ganz andere Gefahren erlebt und wissen zu dem: Die Umwelt ist sauberer geworden.<br \/>\n<em> \u201eWas uns nicht umbringt, macht uns stark!\u201c<\/em><br \/>\nOb allerdings die Naivit\u00e4t der Umweltschutzkunden das Volk stark machen wird, ist wohl eher zu bezweifeln. Aber letztlich ist es auch egal, wie sinnvoll Staaten oder B\u00fcrger ihr Geld ausgeben. Am Ende \u00fcberdauert den Staat bestenfalls tausende Jahre lang vielleicht eine sinnlose Pyramide die seine Priester errichten. Selbst das versprochene Waldsterben hat als \u00d6kodenkmal nicht einmal f\u00fcr einen historischen Augenblick gelangt. Und \u00fcber die \u00d6koirrt\u00fcmer wurden schon B\u00fccher geschrieben. Es gibt sie also &#8211; wen wundert\u2019s &#8211; zu Hauf. Hauptsache war und ist aber, die Zirkulation des Geldes. Bis auf die erw\u00e4hnte Ausnahme, wenn n\u00e4mlich Halbgebildete durch ihren \u00d6kononsens Unternehmen sch\u00e4digen oder vernichten, die auf niedrige Wasser-, Abwasser-, Kl\u00e4rschlammentsorgungs- und Energiekosten angewiesen sind und irgendwelche \u00d6ko- oder Abwasserabgaben zu allerletzt brauchen.<br \/>\n<em> \u201eWer sich nie erprobt hat in Not und Gefahr, was wei\u00df der von sich!\u201c<\/em> Dar\u00fcber l\u00e4sst uns Christian Gottfried Nees von Esenbeck, (1776 &#8211; 1858), der Naturphilosoph nachdenken. Das Urteil, ob ein Staat destruktive \u00d6kohysterie dulden oder gar f\u00f6rdern soll, \u00fcberlasse ich dem Leser und schlie\u00dfe mit: <em>\u201eAlles wird gut!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Uwe Halbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So begann ein Essay: Von den 82 Millionen Deutschen leiden gut 15 % an Zahnausfall. Ihr Zahnfleisch ist gr\u00e4ulich verf\u00e4rbt. 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