{"id":1114,"date":"2009-03-20T10:43:18","date_gmt":"2009-03-20T08:43:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.institut-halbach.de\/blog\/?p=1114"},"modified":"2009-03-20T10:43:18","modified_gmt":"2009-03-20T08:43:18","slug":"klarschlammnovelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/2009\/03\/20\/klarschlammnovelle\/","title":{"rendered":"Kl\u00e4rschlammnovelle!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Darf ein wenig Unfug dabei sein?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ein quecksilberamalgan-plombierter Backenzahn in einem Bauern, \u00fcber dessen Feld &#8222;geht&#8220;, dann z\u00e4hlt der Bauer nach der KVO &#8211; Novelle schon zum\u00a0 Sonderm\u00fcll!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Quecksilber ist ein Gift<\/strong><\/span> aber nicht alles was im Labor als Quecksilber nachgewiesen wird, ist auch in der Praxis giftig, abgesehen davon, dass entscheidend f\u00fcr Toxizit\u00e4t nicht allein die Anwesenheit des Giftes, sondern dessen Dosis ist.<br \/>\nDie Giftigkeit des Quecksilbers wird neben der Dosis haupts\u00e4chlich entscheidend durch dessen Verbindungen bzw. Mischungen mit anderen Metallen  bestimmt. So gibt es Mischungen des Quecksilbers, die so ungiftig sind, dass man auf ihnen herumlutschen darf.<br \/>\nSo hat die Amalgamf\u00fcllung eines Seitenzahnes, die ein Zahnarzt verwendet, einen Quecksilberanteil von rund 51 % und dieses Quecksilber wird nach allgemeinen Regeln der Medizintechnik als nicht mobilisierbar &#8211; also als ungiftig angesehen.<br \/>\nAls Beweis dienen die 200 &#8211; 300 Millionen Amalgamf\u00fcllungen, die sich in deutschen M\u00fcndern befinden .<br \/>\nDie EU-Zahn\u00e4rzte verbrauchten z. B. 2005 rund 440 Tonnen reines Quecksilber , das sich z. T. auch in den Kl\u00e4rschl\u00e4mmen wieder finden d\u00fcrfte.<br \/>\nKoppe [12] notiert:<br \/>\n\u201e<em>Die Gehalte an Quecksilber im h\u00e4uslichen Schmutzwasser sind sehr niedrig; eine Hauptquelle stellen die Quecksilber Silber Amalgame der Zahnplomben dar, f\u00fcr de-ren Herstellung in der Bundesrepublik Deutschland immerhin rund 20 t\/a Quecksilber verbraucht werden und von denen ein nicht geringer Anteil (sch\u00e4tzungsweise 25 %) bei Zahnoperationen feindispers in das Abwasser gelangt.<\/em>&#8220;<br \/>\nAlso gilt: Nicht alles was im Labor als Quecksilber nachgewiesen wird, wirkt auch tats\u00e4chlich toxisch! Soweit die Praxis.<br \/>\nBei der \u00fcblichen Quecksilberanalytik als Beweismittel f\u00fcr Umweltstraftaten wird nicht zwischen mobilisierbaren oder nicht bzw. nicht hinreichend mobilisierbarem Quecksilber &#8211; dem Amalgam n\u00e4mlich &#8211; unterschieden.<br \/>\nAmalgam verursacht die gr\u00f6\u00dfte Quecksilberbelastung des Menschen, deutlich mehr als alle anderen Quellen (Luft, Nahrung, Wasser) zusammen . Dass Quecksilber im Kl\u00e4rschlamm eine pathologische Bedeutung erlangen k\u00f6nnte, ist grunds\u00e4tzlich bei einem momentanen Grenzwert von 8 mg Hg\/kg TM nicht vorstellbar.<br \/>\nZur Veranschaulichung der Quecksilbermengen, um die es geht, dient die Kalkulation in Anlage 8. Unter der o. g. sicher hinreichenden genauen Annahme, dass das Quecksilber ausschlie\u00dflich aus dem durch Zahn\u00e4rzte verarbeiteten Amalgam stammt, lasst sich mit der Kalkulation in Anlage 8 nachvollziehen, dass es schon gen\u00fcgt, wenn allein 59 \u201eplombierte B\u00fcrger&#8220; im Einzugsgebiet der Kl\u00e4ranlage *** ihre Plomben innerhalb eines Jahres verlieren und wenn diese &#8211; angenommen &#8211; vollst\u00e4ndig mit dem Kl\u00e4rschlamm vermischt werden und da f\u00e4llt es schwer ernst zu bleiben.<\/p>\n<p>Diese zus\u00e4tzlichen 18 g Quecksilber (ca. 1 ml Quecksilber) reichen aus, um den ge-samten Kl\u00e4rschlamm eines Jahres zum Sonderm\u00fcll zu machen. Es darf wohl bezweifelt werden, dass der Gesetzgeber die Konsequenzen ahnt, nachvollziehen kann oder tats\u00e4chlich will.<\/p>\n<p>Auch dar\u00fcber, ob die Bearbeiter der Novelle sich hinsichtlich der Versch\u00e4rfung des Quecksilbergrenzwertes um 80 % an den Realit\u00e4ten, Notwendigkeiten und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeiten der Praxis orientierten oder gar die Richtlinien zur Anwendung des Vorsorgeprinzips der EU-Kommission nachvollziehbar angewendet haben &#8211; was eher zu bezweifeln ist &#8211; l\u00e4sst sich streiten.<\/p>\n<p>Wie auch kein Stein auf dem Felde die Kl\u00e4rschlammverordnung hinsichtlich der Schwermetallgrenzwerte erf\u00fcllen d\u00fcrfte, so erf\u00fcllt auch kein plombierter Zahn diese Vorschrift, wobei nicht einzusehen ist, dass die Zahnplombe auf dem kl\u00e4rschlammged\u00fcngtem Felde gef\u00e4hrlicher sein soll, als im Munde z. B. des Bauern.<\/p>\n<p>Da sich Quecksilber besonders freudig bei einer Kl\u00e4rschlammverbrennung freisetzt und damit die Luft belastet, stellt sich die Frage, ob wohl das j\u00e4hrliche Einpfl\u00fcgen der ca. 4 ml Quecksilber sch\u00f6n verteilt in einer Kl\u00e4rschlammfrischmasse von 127 t Frischmasse (20 % TS) mit einer Konzentration vom 0,5 Millionstel (!) Quecksilber nicht doch die bessere L\u00f6sung sein k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Diese kurze Abhandlung ist zwar nicht sonderlich hilfreich f\u00fcr den Abwasserbeseitigungspflichtigen, kann aber zumindest dazu dienen, in der Bewertung der \u00dcberschreitung des Quecksilberwertes die tats\u00e4chliche Giftigkeit auf dem Felde zu hinterfragen.<\/p>\n<p>(Auszug aus einem Kl\u00e4rschlammkonzept)<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Abschlie\u00dfender Kommentar:<\/span> Klassischer blinder Aktionismus der B\u00fcrokratie nach dem Vorsorgeprinzip. Die Politik k\u00f6nnte au\u00dfen vor sein, da schwer vorzustellen ist, dass diese Novelle eine Mehrheit finden w\u00fcrde, wenn die Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkiet und der Unsinn mancher Regelungen der Novelle bekannt werden w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf ein wenig Unfug dabei sein? Wenn ein quecksilberamalgan-plombierter Backenzahn in einem Bauern, \u00fcber dessen Feld &#8222;geht&#8220;, dann z\u00e4hlt der Bauer nach der KVO &#8211; Novelle schon zum\u00a0 Sonderm\u00fcll!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,9,11,15,19,30,33],"tags":[83,177,679,314,338,414,446,565],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1114"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}