{"id":1475,"date":"2009-09-14T10:45:26","date_gmt":"2009-09-14T08:45:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.institut-halbach.de\/blog\/?p=1475"},"modified":"2009-09-14T10:45:26","modified_gmt":"2009-09-14T08:45:26","slug":"das-dilemma-der-umweltpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/2009\/09\/14\/das-dilemma-der-umweltpolitik\/","title":{"rendered":"Das Dilemma der Umweltpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Zitate aus einem Beitrag von Steffen Hentrich:<\/p>\n<p><strong>Markt- oder Staatsversagen?  Das Dilemma der Umweltpolitik<\/strong><\/p>\n<p>Es lohnt sich nicht nur den gesamten Artikel zu lesen, sondern auch die Brosch\u00fcre<em> &#8222;Nat\u00fcrliche Verb\u00fcndete:\u00a0 Marktwirtschaft und Umweltschutz<\/em>&#8222;<strong> <\/strong>zu erwerben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Quelle:<\/span><\/p>\n<p>Christian Hoffmann, Pierre Bessard Hrsg.<br \/>\n<strong>Nat\u00fcrliche Verb\u00fcndete:<br \/>\nMarktwirtschaft und Umweltschutz <\/strong><br \/>\nLiberales Institut<\/p>\n<p>1. Auflage<br \/>\nZ\u00fcrich 2009<\/p>\n<p>ISBN 978-3-033-01795-5<\/p>\n<p>Liberales Institut<br \/>\nSeefeldstrasse 24<br \/>\n8008 Z\u00fcrich, Schweiz<br \/>\nwww.libinst.ch<\/p>\n<p><em><strong>Exzerpt:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Leider muss der kritische Beobachter immer wieder feststellen, dass viele der Umweltprobleme auf diesem Wege\u00a0 recht langsam oder gar nicht gel\u00f6st werden. In anderen F\u00e4llen kommt zwar die Beseitigung von Sch\u00e4den recht z\u00fcgig voran,\u00a0 verursacht aber bei genauerem Hinsehen sehr hohe Kosten.<br \/>\nWieder andere Ph\u00e4nomene werden symbolisch zu ernsten Problemen hochstilisiert, ohne tats\u00e4chlich reale Bedrohungssituationen darzustellen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Vor mehr als vierzig Jahren arbeitete der \u00d6konom Ronald Coase in seinem wegweisenden Aufsatz \u201eThe Problem of Social Cost&#8220; eine sich fundamental von der konventionellen Sichtweise unterscheidende Betrachtung von Ressourcen- und Umweltkonflikten heraus.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend Umtweltproblerne traditionell interpretiert werden als die Verursachung von Sch\u00e4den durch eine Partei einseitig zu lasten anderer, verdeutlichte Coase, dass im Kern eine Verursachersymmetrie besteht.<br \/>\nUmweltsch\u00e4den existieren nur, weil mehrere Individuen ein und dieselbe nat\u00fcrliche Ressource in Anspruch nehmen wollen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Wissenschaftliche Erkenntnisse der Public-Choice-Theorie8) &#8211; jenem Bereich der Volkswirtschaftslehre, der sich mit der \u00f6konomischen Analyse politischer Entscheidungen befasst  &#8211; haben jedoch zuletzt dem Mythos des Staates als omnipotenter umweltpolitischer Probleml\u00f6ser einen kr\u00e4ftigen D\u00e4mpfer verpasst.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei Lichte betrachtet werden durch die Kommando\u00fcbernahme des Staates die privaten Transaktionskosten vielfach nicht gesenkt, sondern einfach durch politische Transaktionskosten ersetzt9).<\/em><\/p>\n<p><em>Die politische Praxis ist desillusionierend: Auch f\u00fcr Politiker sind die notwendigen Informationen nicht kostenlos erh\u00e4ltlich, gut organisierte Interessengruppen dominieren den politischen Prozess, der von ihnen gef\u00fchrte Konkurrenzkampf \u00fcberschattet die Gemeinwohlorientierung und die rationale Ignoranz oder gar Irrationalit\u00e4t der W\u00e4hler setzt diesem Treiben kein wirksames Korrektiv entgegen.<\/em><\/p>\n<p><em>Daher liegt der Umweltschutz beim Staat nicht zwangsl\u00e4ufig in den besten H\u00e4nden. W\u00e4hrend auf funktionierenden M\u00e4rkten der Preis alle notwendigen Informationen \u00fcber die individuelle Bewertung der nat\u00fcrlichen Ressourcen aggregiert, fehlt diese Informationsquelle bei Umweltproblemen, die der Staat in seine Obhut genommen hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Politiker k\u00f6nnen weder die Kosten noch die Nutzen umweltpolitischer Massnahmen mit hinreichender Genauigkeit einsch\u00e4tzen und sind daher auf Informationen angewiesen, die sie von den in den politischen Entscheidungsprozess tief verstrickten Interessengruppen erhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Und da der Staat durch die von ihm gew\u00e4hlte Art der L\u00f6sung eines Umweltproblems letztlich nichts anderes vollbringt, als eine Umverteilung von Eigentumsrechten &#8211; und damit die Karten f\u00fcr die Erwirtschaftung<br \/>\n\u00f6konomischer Gewinne neu mischt, ist der umfassendste, nicht gerade uneigenn\u00fctzige Informationsinput von eben den bestorganisierten Interessengruppen mit den gr\u00f6ssten Gewinnaussichten zu erwarten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n&#8222;Sie verdienen ihr t\u00e4glich Brot\u00a0 letztlich mit der wirksamen Kommunikation von Bedrohungsszenarien. 11) Deshalb darf auch von diesen Organisationen nicht erwartet werden, dass ihr politischer Informationsinput<br \/>\ndas Ergebnis einer gesamtwirtschaftlich ausgewogenen Kosten-Nutzen-Kalkulation ist. 12)<\/em><\/p>\n<p><em>Wissenschaftler der \u00f6ffentlich finanzierten Forschungs- und Beratungsindustrie kommunizieren allzu h\u00e4ufig<br \/>\nneben ihren Forschungsresultaten nicht nur ihre Weltanschauung, sondern vor allem auch diejenigen Ergebnisse, die von ihren politischen Auftraggebern mit dem h\u00f6chsten Budget belohnt werden. Schliesslich steuern Ministerialbeamte und -angestellte vor allem solche Informationen bei, die sp\u00e4ter den optimalen Mix aus Karrierechancen und sorglosem Lebensabend versprechen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser von \u00d6konomen als \u201eRent-Seeking&#8220; bezeichnete politische Konkurrenzkampf wirkt sich jedoch nicht nur auf die Qualit\u00e4t der Informationen als Grundlage der Politik aus, sondern bestimmt auch die Art und Weise auf die Umweltschutz instrumentell durchgesetzt wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Noch ungenierter wird umweltpolitische Verteilungspolitik mit Hilfe von Umweltschutzsubventionen betrieben.\u00a0 Kaum eine Investition der sich irgendwie ein \u00f6kologisches M\u00e4ntelchen umh\u00e4ngen l\u00e4sst muss derzeit ohne staatliche Zusch\u00fcsse get\u00e4tigt werden. Energieeffiziente Kraftwerke, \u00d6koh\u00e4user, Solard\u00e4cher und vieles mehr verdanken wir staatlicher Grossz\u00fcgigkeit. Die gekonnte Navigation durch den \u00f6ffentli-<br \/>\nchen F\u00f6rderdschungel mit dem \u201eF\u00f6rderkompass&#8220; aus dem Internet z\u00e4hlt inzwischen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren \u201einnovativer&#8216; Unternehmen und ist auch eine der unbedingt zu meisternden Herausforderungen f\u00fcr den kleinen H\u00e4uslebauer. 17)<\/em><\/p>\n<p><em>Innovativ sind auch die vielf\u00e4ltigen Rechtfertigungsversuche f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Finanzsegen. Ganz oben steht die staatliche Belohnung f\u00fcr besonders umweltfreundliches Verhalten. Dabei wird regelm\u00e4ssig \u00fcbersehen, dass die Ehre f\u00fcr den Opfergang eigentlich nicht dem Empf\u00e4nger des Geldes, sondern den vielen ungefragt Steuern zahlenden Spendern zuteil werden sollte.<\/em><\/p>\n<p><em>Wissenschaftlich abgesegnet wird das Ganze noch mit strukturpolitischen oder industrie\u00f6konomischen Argumenten18), f\u00fcr die weder ein solides theoretisches Fundament noch eine belastbare Empirie existiert. Beispielsweise vergessen die Apologeten der These von neuen Arbeitspl\u00e4tzen durch Umweltschutzinvestitionen meist, dass wegen jeder mittelgrossen Windkraftanlage auf den Bau eines modernen Kindergartens verzichtet werden muss. Es ist also durchaus m\u00f6glich, dass aufgrund der Umweltschutzsubventionen netto sogar weniger Menschen besch\u00e4ftigt werden.&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein Fazit:<\/span><\/p>\n<p>H\u00e4tten Kinder und Frauen eine Lobby, dann g\u00e4be es mehr Kinder, mehr Kinderg\u00e4rten und daf\u00fcr weniger Windkraftr\u00e4der.<\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zitate aus einem Beitrag von Steffen Hentrich: Markt- oder Staatsversagen? 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