{"id":1496,"date":"2009-11-09T14:19:47","date_gmt":"2009-11-09T12:19:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.institut-halbach.de\/blog\/?p=1496"},"modified":"2009-11-09T14:19:47","modified_gmt":"2009-11-09T12:19:47","slug":"20-jahre-institut-fur-abwasserwirtschaft-halbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/2009\/11\/09\/20-jahre-institut-fur-abwasserwirtschaft-halbach\/","title":{"rendered":"20 Jahre Institut f\u00fcr Abwasserwirtschaft Halbach"},"content":{"rendered":"<p><!--more-->Es war an einem Mittwoch vor 20 Jahren, am 6. November 1989, als ich wohl als erster Ingenieur die Zulassung von Herrn Reimann (Mitglied des Rates f\u00fcr Umweltschutz und Wasserwirtschaft vom Rat des Bezirkes Karl-Marx-Stadt) zur F\u00fchrung eines Wirtschaftsb\u00fcros f\u00fcr Abwasserwirtschaft der Fleischindustrie erhielt.<\/p>\n<p>Als Aufgabe wurde vorgeschrieben:<\/p>\n<p>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unterst\u00fctzung der (DDR) Betriebe bei der effektiven Nutzung vorhandener Abwasseranlagen und<\/p>\n<p>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schaffung von objektbezogenem, wissenschaftlich-technischem Vorlauf f\u00fcr Rationalisierung, Modernisierung bzw. Neubau von Abwasseranlagen.<\/p>\n<p>Gut einen Monat sp\u00e4ter erhielt ich vom Rat des Bezirkes meinen Stundensatz f\u00fcr den ich zu arbeiten hatte: 15,00 M (DDR-Mark). Grundlage war das DDR-GBL, Teil II, Nr. 45 von 1971.<\/p>\n<p>Als ich mit meinem 1-Mann-Wohnzimmerb\u00fcro meine freiberufliche T\u00e4tigkeit aufnahm, hatte ich schon Auftr\u00e4ge f\u00fcr ein Jahr angesammelt.<\/p>\n<p>Ich war vorher u.\u00a0a. im Institut f\u00fcr Gefl\u00fcgelwirtschaft Merbitz als Forschungsthemenleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter f\u00fcr wasserwirtschaftliche Themen und im Fleischkombinat des Bezirkes Halle als Wasserbeauftragter f\u00fcr Schlachth\u00f6fe und Abdeckereien zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Nach kurzer Zeit verschwanden fast alle DDR-Betriebe der Fleischwirtschaft &#8211; heute w\u00fcrde man es Finanzkrise nennen &#8211; von der Bildfl\u00e4che und wir verlagerten unseren Schwerpunkt auf kommunale Dienstleistungen. Da damals die Planungsb\u00fcros wie Pilze aus dem Boden schossen, war es notwendig sich abzugrenzen und so beschlossen wir ein unabh\u00e4ngiges Institut zu werden.<\/p>\n<p>Der Weg dahin war und ist schwer, denn die \u201eandere Wahrheit&#8220; und die Unabh\u00e4ngigkeit hat einen h\u00f6heren Preis, den nicht alle Auftraggeber bezahlen d\u00fcrfen, wollen oder k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ungeachtet solcher Schwierigkeiten haben wir uns zu einem leistungsf\u00e4higen interdisziplin\u00e4ren Institut entwickelt, das auch in der Zukunft ein verl\u00e4sslicher und erfahrener Partner sein will.<\/p>\n<p>20 Jahre erfolgreicher Kampf am Markt eines ostdeutschen B\u00fcros ohne Partner aus den alten Bundesl\u00e4ndern ist in erster Linie dem Team zu verdanken, das sich immer mit hoher Kompetenz und voller Einsatzbereitschaft in den Dienst der Kommunen und Unternehmen stellte.<\/p>\n<p>Auch wenn wir unseren heutigen Stand ohne fremde Hilfe selber erarbeiteten, so haben wir manchen Rat aus den alten Bundesl\u00e4ndern erhalten und dankbar aufgenommen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich bleibt mir noch, mich f\u00fcr das Vertrauen herzlich zu bedanken, welches unsere kommunalen und industriellen Auftraggeber uns entgegen brachten.<\/p>\n<p>Auch unsere Arbeit ist meist die eines Teams und in das Ergebnis flie\u00dfen am Ende auch zahlreiche Erfahrungen und konstruktive Hinweise unserer Auftraggeber ein.<\/p>\n<p>So gesehen sind wir seit 20 Jahren nicht nur eine Datenbank kommunaler Erfahrungen, sondern wir, also eher ich, haben 2 Wasserwirtschaften kennengelernt. Das sch\u00e4rft den Blick.<\/p>\n<p>Zuerst war es eine wissenschaftlich nachvollziehbare, auf Naturgesetzen beruhende, aber in der Realisierung eher impotente DDR-Wasserwirtschaft und dann eine hochpotente, aber in ihren Zielen und Effekten zu oft auf Glauben, blindem Aktionismus, Nachhaltigkeit, Ideologie, und Vorsorge\u00e4ngsten beruhende, voll kommerzialisierte, b\u00fcrokratische sowie wissensdestruktive Wasserwirtschaft, die den Namen \u201eWasserwirtschaft&#8220; eigentlich nicht vertr\u00e4gt. Der scharfsinnige Nicol\u00e1s G\u00f3mez D\u00e1vila scheint das Problem gekannt zu haben: <em>\u201eDer Fortschritt verdummt den Fortschrittler derma\u00dfen, da\u00df er nicht mehr in der Lage ist, die Dummheit des Fortschritts zu erkennen.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Nun, ich wei\u00df nicht, welche Wasserwirtschaft die bessere war oder ist und es spielt auch keine Rolle.<\/p>\n<p>Uwe Halbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1496"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1496"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1496\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}