{"id":86,"date":"2008-10-15T15:57:36","date_gmt":"2008-10-15T13:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.institut-halbach.de\/blog\/?p=86"},"modified":"2008-10-15T15:57:36","modified_gmt":"2008-10-15T13:57:36","slug":"erhohen-nachwachsenden-rohstoffe-den-nitratgehalt-im-grundwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlamm.de\/index.php\/2008\/10\/15\/erhohen-nachwachsenden-rohstoffe-den-nitratgehalt-im-grundwasser\/","title":{"rendered":"Verschmutzt der Umweltschutz sein Nest?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Gabriel fordert Gro\u00dfanlagen f\u00fcr Biosprit &#8211; so war es k\u00fcrzlich zu lesen (PR-Inside.com, Pressemitteilung &#8211; Wien, Austria). Nun ist es so, dass die nachwachsenden Rohstoffe Abprodukte verursachen, die am Ende wieder in der Natur landen.  W\u00e4re dies dann eine Umweltschutznestverschmutzung?<!--more--><\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass insbesondere Methangasanlagen und Gro\u00dfanlagen f\u00fcr Biosprit eine beachtliche Nitratbelastung f\u00fcr das Grundwasser darstellen, so dass die Landwirtschaft als bislang wesentlicher Verursacher des Nitratgehaltes im Grundwasser nicht mehr allein im Regen steht.<\/p>\n<p>Was also machen wir mit dem Stickstoff, der bei der Methan- und Biospritherstellung abf\u00e4llt?<\/p>\n<ol>\n<li>Lassen wir die Natur Nitrat umwandeln und schimpfen dann auf die Bauern wegen einer staatlich gef\u00f6rderten Grundwasserverschmutzung, die sie selber nicht verursachten oder<\/li>\n<li>ignorieren wir Ursache und Folgen durch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nihilismus\" target=\"_blank\">\u00d6ko-Nihilstische<\/a> Methoden? (Vergleiche: G\u00e4rtner, Edgar L., \u00d6ko-Nihilismus, Eine Kritik der Politischen \u00d6kologie, TvR Medienverlag Jena, 2007).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Jede Biomasse besteht u.a. aus Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor.<\/p>\n<p>Der Kohlenstoff der Biomasse wird zu \u00c4thylalkohol (Biospritanlagen) oder Methan (Methanfaulung) fermentiert.<br \/>\n\u00dcbrig bleibt Stickstoff sowie Phosphor und das in bedeutenden Mengen!<\/p>\n<p>Mais z.B. ist ein wichtiges Substrat bei der Biogasgewinnung. Schon bei der Maisproduktion wird <a href=\"https:\/\/www.fibl.org\/shop\/pdf\/mb-mais.pdf\" target=\"_blank\">110 kg Stickstoff je Hektar<\/a> bis <a href=\"http:\/\/www.itada.org\/download.asp?id=03b96dL.pdf\" target=\"_self\">170 kg N\/ha<\/a> Maisanbau ben\u00f6tigt. Davon wandert ein Teil &#8211; wenn es die Kuh nicht in ihren Stoffwechsel einbaut &#8211; in das Grundwasser. Wo soll es sonst hin?<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.landhandelspartner.de\/duenger\/mais.htm\" target=\"_self\">Gaben bis max. 30 m3 Schweine- und 40 m3 Rinderg\u00fclle je ha sind m\u00f6glich<\/a>. )<\/p>\n<p>Ein weiterer Teil des ged\u00fcngten Stickstoffes landet im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rohprotein#Rohprotein\" target=\"_blank\">Rohprotein<\/a> des Maises und der d\u00fcrfte im Wesentlichen dann auf dem Feld oder im Grundwasser landen.<\/p>\n<p>Nun kann man auch \u00fcberlegen, wie die Stickstoff-Bilanzen bei den 2 M\u00f6glichkeiten ausschauen.<\/p>\n<p>Welcher Unterschied besteht nun darin, wenn eine Kuh den Mais frisst, deren G\u00fclle dann in die Biogasanlage wandert oder wenn der Mais gleich in der Biogasanlage vergoren wird?<\/p>\n<p>Wo wird wohl mehr Stickstoff zu messen sein?<\/p>\n<ul>\n<li>Am Hintern der Kuh?<\/li>\n<li>Im Ablauf einer maisgef\u00fctterten Kuh-G\u00fclle-Biogasanlage oder<\/li>\n<li>in einer maisgef\u00fctterten Biogasanlage?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich h\u00e4tte mich mit der Thematik nicht befasst, wenn nicht einige Wasserbeh\u00f6rden zum Nachdenken anregen:<\/p>\n<p>Auf der einen Seite verbieten z.B. manche Beh\u00f6rden die Einleitung von gereinigtem Abwasser aus einer handvoll Kleinkl\u00e4ranlagen in unbedeutende trockenfallende Gr\u00e4ben oder haben anderweitige Besorgnis einer Grundwasserverschmutzung und auf der anderen Seite wird das zig-fache der Belastung auf genauso \u201etrockenfallende\u201c \u00c4cker in das Grundwasser versickert.<\/p>\n<p>Hier bei\u00dft sich die Katze in den Schwanz, aber wenn zwei das Selbe tun ist es noch lange nicht das Gleiche!<\/p>\n<p>Eine salomonische Empfehlung?<\/p>\n<p>Man lasse den Biogasbauern ihre Biogasanlagen und den Kleinkl\u00e4ranlagenbesitzern ihre Abwasserversickerung und ansonsten die Kirche im Dorf.<\/p>\n<p>Die Welt geht auch dann in der Regel (nur bezogen auf das Nitrat!) nicht unter und wird auch deshalb nicht schlechter.<\/p>\n<p>____________________________________________<\/p>\n<p><strong>Nachtrag am 15.2.2008: Man wird munter!<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Der Anbau von Energiepflanzen und die Produktion von Biogas erleben seit wenigen Jahren einen Boom. Welche Auswirkungen dies auf den Gew\u00e4sserschutz hat, wurde bisher kaum untersucht. Eine vom Johann Heinrich von Th\u00fcnen-Institut (vTI) ver\u00f6ffentlichte Studie beleuchtet jetzt diese Aspekte.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news291785\" target=\"_blank\">Energiepflanzen und Gew\u00e4sserschutz<\/a><br \/>\nDr. Michael Welling, Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\nJohann Heinrich von Th\u00fcnen-Institut, Bundesforschungsinstitut f\u00fcr L\u00e4ndliche R\u00e4ume, Wald und Fischerei<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gabriel fordert Gro\u00dfanlagen f\u00fcr Biosprit &#8211; so war es k\u00fcrzlich zu lesen (PR-Inside.com, Pressemitteilung &#8211; Wien, Austria). Nun ist es so, dass die nachwachsenden Rohstoffe Abprodukte verursachen, die am Ende wieder in der Natur landen. 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