Die Philosophie des gemeinen Mannes

„Der Mensch vergibt sich nichts, ohne etwas zu erwarten; daher das Sammeln des Lohns im Himmel, Geißelung und dergleichen. Die Philosophie des gemeinen Mannes ist die Mutter der unsrigen; aus seinem Aberglauben konnte unsere Religion werden, so wie unsere Medizin aus seiner Hausmittelkenntnis. Er tat etwas, ohne Belohnung vorauszusehen; er erhielt sie aber auch, ohne […]

Zurückhaltung im Urteil!

„Weiser werden heißt immer mehr und mehr die Fehler kennenlernen, denen dieses Instrument, womit wir empfinden und urteilen, unterworfen sein kann. Vorsichtigkeit im Urteilen ist, was heutzutage allen und jedem zu empfehlen ist. Gewönnen wir alle zehn Jahre nur eine unstreitige Wahrheit von jedem philosophischen Schriftsteller, so wäre unsere Ernte immer reich genug.„ Georg Christoph […]

Deutsch – nicht für Jedermann

  „Es donnert, heult, brüllt, zischt, pfeift, braust, saust, summet, brummet, rumpelt, quäkt, ächzt, singt, rappelt, prasselt, knallt, rasselt, knistert, klappert, knurret, poltert, winselt, wimmert, rauscht, murmelt, kracht, gluckset, röcheln, klingelt, bläset, schnarcht, klatscht, lispeln, keuchen, es kocht, schreien, weinen, schluchzen, krächzen, stottern, lallen, girren, hauchen, klirren, blöken, wiehern, schnarren, scharren, sprudeln. Diese Wörter und […]

Auf die Bäume ihr Affen…

„Der Pöbel wünscht sich Gold und Chargen und würde sich betrogen finden, wenn er sie hätte. Unter den Großen ist es nun auch Mode geworden, die Quelle und den Strohsack dem Bauern zu beneiden; mancher würde sich auch in diesem Zustand betrogen finden. Der Dichter versteht aber ein Ideal, wird man sagen; wer weiß aber, […]

Vier Disputierte…

Äußerst scharfsinnig: Vier Disputierte pissen gegen eine Kutsche, Die Kutsche geht weg, und sie pissen gegeneinander. Georg Christoph Lichtenberg (1.7.1742-24.2.1799) Aphorismen insel Taschenbuch 1.  Auflage 1976 165, S. S83 *** Kommentar: Mitunter ist es so, dass wenn man ein Problem beseitigt, am Ende man selber zum Problem wird. U.H. *** P.S.: Disputierte: Im wissenschaftlichen Streitgespräch […]

Gewissenhafte und Verständige

„Seinem Gewissen zu folgen ist bequemer als seinem Verstand: denn es hat bei jedem Misserfolg eine Entschuldigung und Aufheiterung in sich, – darum gibt es < > so viele Gewissenhafte gegen so wenig Verständige.“ Nietzsche Menschliches, Allzumenschliches, Anhang: Vermischte Meinungen und Sprüche (1879); Bd. 2, 1. Abtg. (1886)

Heute schlammigen Blog eingeweiht!

Heute Blog auf meine „schlamm.de“ schieben lassen. Motto: „Die großen Geheimnisse der Natur verbergen sich im Unscheinbaren, Unästhetischen, im Schlamm, in der faulenden Infusion, im Mist. Es ist wie eine Mahnung, daran zu denken, was wir eigentlich sind.“ Raoul Heinrich Francé Das Leben der Pflanze, Band 3, 1908, S. 12 Bildquelle

Sehnsucht nach moralischer Unanfechtbarkeit – 68er

Gedanken eines Benediktinermönches „Der moralisch aufgeladene Staat ist mithin das unverzichtbare Gegenstück zur individualistischen, antiautoritären Freiheitsidee der Achtundsechziger und obendrein der Garant für unsere nationale Unschuld, die Verkörperung unserer Sehnsucht nach moralischer Unanfechtbarkeit.“ „Moralische Sieger sind gegen Erfahrung resistent, sie werden niemals klüger, sie sind damit zufrieden, immer neue Gründe für ihre Empörung zu finden.“ […]